Medialab der Erinnerungen

MediaLab der Erinnerungen

Sechs Teilnehmer:innen aus der Ukraine und sechs aus Deutschland werden gemeinsam mit den erfahrenen Mentor:innen Vergangenheit und Gegenwart erkunden, in dem sie die Erinnerungskultur durch das Prisma des Krieges in der Ukraine betrachten.

Das Hauptziel dieses Projekts ist, aufzuzeigen, wie Spekulationen zum Thema Zweiter Weltkrieg, Umschreibung der Geschichte, Substitution von Begriffen und Instrumentalisierung der Erinnerungskultur ins Unwiederbringliche und zu irreparablen Schäden führen können. Uns interessieren die Berührungspunkte zwischen „damals“ und „heute“, die Geschichten derjenigen, die den Holocaust und die faschistischen Bomben überlebt hatten, um schließlich unter den russischen Bomben sterben zu müssen.

Wir wollen von besonderen Orten und besonderen Menschen erzählen, von Generationen und generationsbedingten Traumata, von Babyn Yar und den Erinnerungen, die keine Bomben zerstören können. Das Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit werden  illustrierte  literarische Reportagen sein. Diese erscheinen bis Ende des Jahres auf Ukrainisch und Deutsch in den Zeitschriften Reporters und Gel[:b]lau. Also, bleiben Sie dran!

 

Reporters. ist das renommierte ukrainische Medium im Bereich der Berichterstattung. Wir lieben und wissen, wie man Geschichten erzählt. Geschichten, die faszinieren und inspirieren, die beeindrucken und Diskussionen provozieren. In Zeiten rasanter gesellschaftspolitischer Veränderungen ist es wichtig zu sehen, wie sie sich auf die Schicksale einzelner Menschen auswirken. Ihre Stimmen zu hören, um sie besser zu verstehen. Literarische Reportage ist eine der besten Möglichkeiten, um große gesellschaftliche Prozesse durch menschliche Geschichten zu erzählen.

Gel[:b]lau ist ein Unterhaltungs- und Informationsmagazin, das 2016 in Stuttgart gegründet wurde. Wir bringen ukrainische Werte etwas näher. Wir arbeiten an einer hochwertigen zweisprachigen Publikation, auf deren Seiten junge Autor:innen und Illustrator:innen die Möglichkeit haben, ihre kühnsten Ideen zu verwirklichen. Über 200 Artikel wurden von etwa 70 Autoren in 6 Jahren geschrieben!

Das Projekt wird im Förderprogramm MEET UP! Youth for Partnership von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und vom Auswärtigen Amt gefördert.

PROJEKTKOORDINATORINNEN

Marichka Paplauskaite

Chefredakteurin "Reporters."

Dr. Tetiana Ivanchenko

Vereinsvorsitzende "Plattform Dresden" e.V.

Kseniya Fuchs

Chefredakteurin "Gel[:b]lau"

MENTORINNEN

Vira Kuryko

Journalistin und Autorin

Olena Livitska

Journalistin und Reporterin

Khrystyna Kotsira

Journalistin und Schriftstellerin

REPORTER:INNEN

Viktoria Yevtushenko

Um unsere Verbindung zur Vergangenheit und zu den früheren Generationen aufzubauen, müssen wir die Erinnerungskultur pflegen. Sie ermöglicht uns, unseren Ursprung und unsere Identität zu verstehen, mit vergangenen Traumata zu arbeiten und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Maksym Lymanskyi

Die Erinnerungskultur zeigt, wie eine Gesellschaft oder ein Teil davon in der Lage ist, ihre eigene historische Vergangenheit wahrzunehmen, um auf ihrer Grundlage Visionen und Parameter ihrer Zukunft aufzubauen.

Vitalina Makaryk

Erinnerungskultur ist das Annehmen und Verstehen eigener Geschichte mit all ihren Traumata und schmerzhaften Seiten, aber auch Taten und Errungenschaften, mit all ihrer Multikulturalität und Vielfalt. Es ist auch die Berücksichtigung dieses Erbes bei der Konstruktion des modernen Lebens in seinen verschiedenen Aspekten.

Iryna Nebesna

Die Erinnerungskultur ist ein Bündel von Maßnahmen und Mitteln, um wichtige und schwierige Zusammenhänge im kollektiven Gedächtnis zu bewahren, um unbequeme Themen verständlich und richtig zu erklären, damit sich nachfolgende Generationen nicht schuldig fühlen, sondern ein Verantwortungsbewusstsein haben.

Eva Raiska

Für mich ist die Erinnerungskultur in erster Linie eine Erfahrung, sowohl individuell als auch kollektiv, die wichtige Erzählungen der Wahrnehmung von sich selbst und seiner Identifikation, seines Volkes, seines Landes oder seiner Gemeinschaft schafft.

Khrystyna Semeryn

In der Erinnerungskultur sprechen wir von der Arbeit mit der Vergangenheit, die auch unsere Gegenwart berührt. Es geht um Reden, Verstehen, Akzeptieren der geschichtlichen Vergangenheit und Versöhnung.

ILLUSTRATORINNEN

Anastasiia Moldavan

Ich denke, dass die Erinnerungskultur eine Symbiose von Dingen ist, die Menschen aus der Vergangenheit in die Zukunft tragen, dabei fügen sie ihre eigenen Erfahrungen hinzu und schaffen dadurch eine neue Schicht der Erinnerungen in unserer Kultur.

Oleksandra Kulikovska

Für mich ist die Erinnerungskultur das Einzige, was die Menschheit vor zukünftigen Weltkriegen, Völkermorden und technogenen Katastrophen schützen kann. Zur Erinnerungskultur gehört die Arbeit an der Vergangenheit, um die Zukunft besser zu machen.

Kateryna Rozhok

Die Erinnerungskultur ist das künstlerische und kulturelle Erbe eines bestimmten Landes oder einer Gruppe, das von Zeitgenossen erforscht wird гтв dem sich verschiedene Projekte, Retrospektiven oder wissenschaftliche Arbeiten widmen.

Kateryna Dorokhova

Die Erinnerungskultur ist für mich die Bewahrung von Geschichte mit emotionaler Färbung. Eine bunte Nacherzählung, die uns ermutigt, für die Wahrheit einzustehen und die Fehler nicht zu wiederholen.

Serafima Vutianova

Bei der Erinnerungskultur geht es um die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen und wahrheitsgetreuen Bewahrung und weiteren Verbreitung der Geschichte und Politik des Landes. Dabei ist es wichtig, nicht nur die Ereignisse und Daten kennen, sondern sich in jede kleine Geschichte wie in einen Virtual-Reality-Raum vertiefen, um die globale Situation vollständig nachzugeben.

Anastasiia Khadzhynova

Die Erinnerungskultur ist ein wichtiger Teil des Lebens und der nationalen Identität eines Menschen, des Verständnisses der Geschichte und des kollektiven Gedächtnisses.

Projektpartner